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Der Vierfelderhof – Herbstaktivitäten der Kinder

Der Großteil unserer Kinder hat seit diesem Jahr Gelegenheit, einen Tag pro Woche auf dem Vierfelderhof in Gatow zu verbringen. Der Bio-Landwirtschaftsbetrieb bietet den Kindern die Möglichkeit, bäuerliches Leben kennenzulernen, selbst Gemüse anzubauen und in Kontakt mit Tieren zu kommen.

Zudem können die Kinder auf dem Vierfelderhof den Wandel der Jahreszeiten viel intensiver erleben als im städtischen Alltag. Jetzt im Herbst ist Erntezeit und die Natur bereitet sich auf den Winter vor. An den vielen Haaren in den Ställen können die Kinder den Fellwechsel der Tiere nachvollziehen, die sich derzeit ihr warmes Winterfell zulegen.

Auch Fallobst liegt nun zuhauf unter den Bäumen. Die Kinder sammeln es auf und füttern die Schafe damit. So haben sie Kontakt zu den Tieren und lernen zugleich, dass es wichtig und möglich ist, alles zu verwerten, was die Natur bereitstellt. Gleiches gilt für die zahlreichen Eicheln, welche die Kinder einsammeln und an die Ziegen und Schweine verfüttern – für die Tiere eine besondere Delikatesse, die sie genüsslich verschlingen.

Die Kinder erleben auch die Ernte. So ernteten sie bunte Möhren, die sie teils selbst aßen und teils als Futter für die Kaninchen verwendeten. Auch beim „Kartoffelstoppeln“ waren die Kinder aktiv und sammelten die bei der „großen“ Ernte liegen gebliebenen Kartoffeln.

Der Kürbis, dessen Wachstum die Kinder während der letzten Monate beobachtet hatten, konnte inzwischen ebenfalls geerntet werden. Derzeit „begrüßt“ der riesige Kürbis noch die Hofbesucher am Eingang. Demnächst jedoch wird er für Halloween verarbeitet: Das Fruchtfleisch wird herausgelöst und für eine Suppe verwendet, während in die Schale ein Gesicht geschnitzt wird. Auf diesem Weg lernen die Kinder auch die Wertschöpfungskette kennen, da jedes Teil der Pflanze verwendet wird.

Zudem können die Kinder die Verarbeitung und Herstellung von Lebensmitteln kennenlernen. Zunächst sammelten sie Walnüsse und knackten diese anschließend und zerkleinerten sie im Mörser fein. Mit geschmolzener Schokolade erstellten die Kinder dann ihre eigene Nuss-Nougat-Creme.

Übrigens: Wissen Sie, warum der Vierfelderhof eigentlich Vierfelderhof heißt? Klar, der Hof verfügt über vier Felder. Nur, weshalb ist das so? Das hat mit der Vierfelderwirtschaft zu tun, d. h. der Hof arbeitet nach der vierjährigen Fruchtfolge. Dabei werden die Felder im jährlichen Wechsel mit unterschiedlichen Pflanzen bestellt. Nie wird auf einem Feld zwei Jahre hintereinander die gleiche Pflanze angebaut. Im vierten Jahr liegt der Acker brach, damit sich der Boden erholen kann. Für den Vierfeldhof heißt das: Eines der vier Felder liegt stets brach, während auf den übrigen Feldern wechselnde Pflanzen wachsen.

Den Böden tut diese Art des Wirtschaftens besonders gut. Sie bleiben fruchtbar, es wächst weniger Unkraut und der Schädlingsbefall geht zurück – ganz ohne Pestizide.

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