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Recherchiert – Kinderarbeit

Mit dem Welttag gegen Kinderarbeit findet am 12. Juni in internationaler Aktionstag statt. 2002 wurde er von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ausgerufen, um ein kritisches Bewusstsein für die weltweite Ausbeutung von Kindern zu schaffen. Wir nehmen diesen Tag zum Anlass, um über Kinderarbeit aufzuklären.

Was ist Kinderarbeit?

Unter Kinderarbeit versteht man Arbeiten, die von Kindern ausgeführt werden, obwohl diese viel zu jung dafür sind und die Art der Arbeit gefährlich, ausbeutend oder unter anderem schädlich für die weitere körperliche und seelische Entwicklung von Kindern ist. Dazu zählen auch Arbeiten, die Kinder davon abhalten, zur Schule zu gehen.

Diese Merkmale unterscheiden die sogenannte Kinderarbeit von normalen Aufgaben, die beispielsweise im Haushalt anfallen können oder von der legalen Beschäftigung Jugendlicher in Form von Schülerjobs. Das Mindestalter dieser legalen Beschäftigung ist in den meisten Ländern (zwischen 14 und 16 Jahren) gesetzlich festgelegt, hierbei sind auch genauere Bedingungen zum Schutz des Kindeswohls integriert, die erfüllt sein müssen.

Die Ausbeutung von Kindern beraubt betroffene Jungen und Mädchen häufig nicht nur ihrer Kindheit, sondern auch vieler Lebenschancen. Deshalb widerspricht eine Ausbeutung ganz klar den weltweit gültigen Kinderrechten und muss verhindert und beendet werden. Nach der Definition der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zählen folgende Formen zu den schlimmsten Formen von Kinderarbeit:

  1. Alle Formen der Sklaverei wie Verkauf und Handel mit Kindern, Schuldknechtschaft, Leibeigenschaft, Zwangsarbeit einschließlich des Einsatzes von Kindersoldaten
  2. Kinderprostitution und Kinderpornografie
  3. Kinder in illegalen Beschäftigungen wie in der Drogenherstellung und im Drogenhandel
  4. Gefährliche Arbeit, die voraussichtlich der Gesundheit, der Sicherheit oder der Sittlichkeit von Kindern schadet.

Fast jedes 10. Kind auf der Welt ist ein Kinderarbeiter

Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) arbeiten aktuell 152 Millionen Kinder und Jugendliche unter Bedingungen, die nicht mit den Kinderrechten vereinbar sind und somit ihrer Chancen berauben. Dabei sind fast die Hälfte aller Kinderarbeiter (48 %) im Alter zwischen 5 und 11 Jahren.  In der Asien-Pazifik Region liegt hierbei mit schätzungsweise 78 Millionen Kindern die größte Anzahl an Kinderarbeitern vor. In Afrika ist jedoch der Anteil der arbeitenden Kinder am größten – hier ist etwa jedes fünfte Kind betroffen.

Welche Art von Kinderarbeit gibt es?

Prinzipiell gibt es Kinderarbeit in allen Branchen, jedoch sieht die eigentliche Arbeit je nach Branche sehr unterschiedlich aus. Mehr als 70% der 5- bis 17-Jährigen arbeiten in der Landwirtschaft, einschließlich der Fischerei. Im Groß- und Einzelhandel, Hotel und Restaurants, Transport- und Lagerwesen und anderen Bereichen erbringen 17,2% der Kinderarbeiter verschiedene Dienstleistungen. In der Industrie sind knapp 12% der Kinderarbeiter als Hilfskräfte beschäftigt. Allein in der Asien-Pazifik-Region arbeiten mindestens 1,5 Millionen Kinder unter illegalen Zwangsbedingungen. Sie stellen Kleidung, Teppiche oder Ziegel her, zertrümmern Steine, schneiden Bambus, mahlen Reis, setzen Spielzeug zusammen oder verarbeiten Fisch und Garnelen. Eine vertraglich geregelte Anstellung der Kinder gibt es dabei meist nicht. Vielmehr hilft der Großteil bei der Feldarbeit oder im Familienbetrieb mit und dies meist auch noch ohne Bezahlung. Auch staatliche Regulierungen werden dabei häufig durch Schwarzmärkte umgangen, auf denen die Kinder beispielsweise gesammelte Rohstoffe zuliefern. Ein großes Merkmal ist dabei der Unterschied zwischen Mädchen- und Jungenarbeit. Während man die Jungen eher in sichtbaren Beschäftigungen findet, arbeiten Mädchen vor allem im Verborgenen, wie beispielsweise dem Haushalt. Die verborgenen Arbeiten sind oftmals mit überlangen Arbeitszeiten, einem starken Abhängigkeitsverhältnis und auch mit Misshandlungen verbunden.

Warum wird Kinderarbeit und Ausbeutung zugelassen?

Eine der Hauptursachen für Kinderarbeit ist Armut, oftmals gekoppelt mit weiteren familiären und gesellschaftlichen Problemen. Je unsicherer die Existenzgrundlage einer Familie, desto größer ist der Druck auf die Kinder, zum Einkommen beizutragen oder bereits früh für sich selbst sorgen zu müssen. Ein weiterer Grund liegt im Fehlen von guten Bildungs- und Ausbildungsangeboten. Manchen Eltern erscheint es daher um so sinnvoller, die Arbeitskraft ihrer Kinder zu nutzen, anstatt sie viele Jahre in die Schule zu schicken. Des Weiteren müssen Kinder einspringen, wenn beispielsweise der Ernährer plötzlich stirbt, arbeitsunfähig wird, die Familie verlässt oder auch, wenn infolge einer Naturkatastrophe die Ernte zerstört wird. Andere Kinder erben die Schulden ihrer Eltern und werden dann regelrecht gehandelt, um diese abzutragen. Ein weiteres gemeinsames Merkmal viele von Ausbeutung betroffener Kinder ist zudem ein sozial benachteiligter Hintergrund, zum Beispiel die Zugehörigkeit zu einer Minderheit oder einer niedrigen Kaste. Das macht den Einfluss des gesellschaftlichen und politischen Umfelds deutlich.

Quelle:

https://www.worldvision.de/aktuell/2018/06/kinderarbeit-fragen-und-antworten?utm_id=401308&gclid=CjwKCAjwlujnBRBlEiwAuWx4LW4-nCeJvYEJnDgi2IHd_lt8yJiigh7EM_lo2IKostLGvcMQ3gER5BoCyHsQAvD_BwE&gclsrc=aw.ds

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